Das Kreuz

Das Kreuz ist die Basis und der Ausgangspunkt aller geistlichen Wirklichkeit.

"Das Kreuz Christi ist und bleibt die Mitte der neutestamentlichen Verkündigung. Ohne das Kreuz gibt es keine Erlösung, keine Vergebung, keine Erneuerung, keine Herrschaft Gottes, und vor allem auch keine Gemeinde. Aber die Bedeutung des Kreuzes reicht noch viel weiter. Ohne das Kreuz gäbe es keine neutestamentliche Wirklichkeit, keine Auferstehung, keine Erhöhung Christi und keine Heiligung, keine Salbung und keine Berufung, ..." (alle Zitate auf dieser Seite aus Haller, Manfred R.: Kehrt zur Ordnung zurück! Kap. 11 Das Wort vom Kreuz)

"Die ganze neutestamentliche Offenbarung konzentriert sich auf die pneumatische Wirklichkeit von Christus in der gemeinschaftlichen Gestalt der Gemeinde, des Leibes Christi." Alles dreht sich um diese Wirklichkeit, weil Alles damit zusammenhängt. "Das Wesen dieser Wirklichkeit", so schreibt Manfred Haller weiter "ist die Liebe, die erste Liebe, die leidenschaftliche, hinreißende, überwältigende Liebe Christi zu den Seinen und der Seinen zu Ihm und zueinander, ..." ... "Wir müssen uns von ihr ergreifen und verwandeln lassen, bis wir von ihr vollständig absorbiert und umschlossen worden sind. Wie aber gelangen wir zur Erfahrung dieser mächtigen Liebe, wie kommen wir an sie heran, wie schafft sie es, unser von der Sünde und vom Tod gezeichnetes Naturell zu überwältigen und zu transformieren? Wir stoßen hier auf das Geheimnis des Kreuzes, ... Nur durch das Kreuz in seiner konkreten Anwendung auf unser Wesen gelangen wir schrittweise zur Erfahrung und Wirkmächtigkeit dieser alles verzehrenden Liebe."

Das Ich gekreuzigt

Jeder wahrhaft Gläubige, der seinen Lauf vollenden will, kommt nicht umhin das Kreuz in seinem Leben mit aller gebotenen Radikalität anzuwenden! Mit Paulus Worten ausgedrückt: "Nicht mehr ich, sondern Christus in mir" (Galater 2.20 Schlachter 2000) Das ist die Kurzformel für den Wandel im Geist.

Vor dem Sündenfall waren Adam und Eva vollständig nur auf Gott ausgerichtet und von ihm abhängig. Der Sündefall führte hinein ins "Ich". "Vorher hieß es: "Nur er!", jetzt: "Nur ich" und sonst nichts und niemand. Diese Konzentration auf die eigene Person, auf ihr Wohl und Wehe, auf ihre Bedürfnisse und Rechte, auf ihre Meinung und Einstellung, dieses Rücksichtnehmen auf die eigenen Vorteile und Nachteile, dieses Einforderung von Schonung und Bevorzugung oder zumindest Berücksichtigung - das ist das Wesen der Sünde und das eigentliche Einfallstor für Tod und Verderbnis. Denn die Konzentration auf das Ich bewirkt eine Rücksichtislosigkeit gegenüber allem, was das Ich bedroht, was ihm seine Rechte oder seinen Platz streitig macht, was ihm etwas verweigern oder vorenthalten will." Weil der historische Adam anfangs noch offen für das Göttliche war, konnte er seinen Glauben an seine Nachkommen weitergeben. "Doch war seine Frömmigkeit "ich-zentriert" und "ich-bestimmt", d.h. auf ihn selbst und seine Bedürfnisse bzw. Befindlichkeit gerichtet und zugeschnitten. Er brauchte Gott, weil er ohne Gott hilflos und verloren war. Das ist die niedrigste Stufe des Glaubens, sehr nahe an der Grenze zum Unglauben und zur Gottlosigkeit. Der auf das Ich bezogene und vom Ich inspirierte Glaube hält den Anfechtungen nicht stand, er bricht bei jeder größeren Belastung ein und droht in Groll und Auflehnung, und wenn es ganz schlecht läuft, in Hass und Verachtung umzukippen. Auf dieser Ebene gibt es keine neue Schöpfung, denn noch immer dominiert die alte - das Ich ohne Gott!, keine geistliche Wirklichkeit, und darum auch kein wahres, neutestamentliches Gemeindeleben, keine Verkörperung Christi in der Gestalt des Leibes Christi. Dem allen steht das ungekreuzigte Ich im Weg.

Mit diesem Ich nun räumt das Kreuz radikal auf! ... Sobald ich erkannt habe, dass am Kreuz nicht nur Christus stellvertretend für die Menschen gestorben ist und Sühnung für die Sünden der ganzen Welt erwirkt hat, sondern dass in diesem einen auch ich und mit mir alle anderen Menschen gekreuzigt wurden, sodass es nach dem Kreuz keine adamitische Menschheit mehr gab und geben kann, sondern nur noch Menschen "in Christus", muss ich mir diese Tatsache vollständig zu eigen machen, mich mit ihr identifizieren und mich allein von ihr bestimmen und neu organisieren lassen. Ich muss bei allem, was Gott und mich und auch die Menschen und die Welt um mich herum betrifft, von diesem Nullpunkt ausgehen und diesen Ausgangspunkt immer festhalten: Es kommt nicht mehr auf mich an, auf mein Befinden, auf das, was ich fühle, denke, empfinde, meine, glaube oder hoffe, sondern nur noch auf das, was Christus will, fühlt, denkt, meint, glaubt, hofft.

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